Wirtschaftlich Berechtigter: Definition, Schwellen und Beispiele
Der Begriff des „wirtschaftlich Berechtigten" steht im Zentrum des Transparenzregisters. Wer damit gemeint ist, entscheidet darüber, welche Personen ein Unternehmen melden muss. Dieser Ratgeber erklärt den Begriff verständlich.
Hinweis: Dieser Beitrag bietet eine allgemeine Orientierung und ersetzt keine Rechtsberatung. Die konkrete Bestimmung des wirtschaftlich Berechtigten sollte im Zweifel mit einem Steuerberater oder Rechtsanwalt erfolgen.
Definition nach dem Geldwäschegesetz
Wirtschaftlich Berechtigter ist stets eine natürliche Person, in deren Eigentum oder unter deren Kontrolle ein Unternehmen letztlich steht – oder auf deren Veranlassung eine Transaktion oder Geschäftsbeziehung begründet wird. Es geht also um die Menschen hinter einer Gesellschaft, nicht um die Gesellschaft selbst.
Die 25-Prozent-Schwelle
Als wirtschaftlich Berechtigter gilt bei Gesellschaften insbesondere, wer unmittelbar oder mittelbar
- mehr als 25 Prozent der Kapitalanteile hält,
- mehr als 25 Prozent der Stimmrechte kontrolliert, oder
- auf vergleichbare Weise Kontrolle ausübt.
„Mittelbar" bedeutet: Auch wer über zwischengeschaltete Gesellschaften die Schwelle überschreitet, kann wirtschaftlich Berechtigter sein.
Der fiktive wirtschaftlich Berechtigte
Lässt sich nach den genannten Kriterien keine natürliche Person ermitteln, gilt der sogenannte fiktive wirtschaftlich Berechtigte: In der Regel sind das die gesetzlichen Vertreter bzw. die Geschäftsführung des Unternehmens. So ist sichergestellt, dass immer eine verantwortliche Person benannt werden kann.
Beispiele zur Veranschaulichung
GmbH mit zwei Gesellschaftern
Hält eine Person 60 % und eine andere 40 % der Anteile, sind beide wirtschaftlich Berechtigte, da beide über 25 % liegen.
Viele Kleinanteile
Hält niemand mehr als 25 %, kann der fiktive wirtschaftlich Berechtigte (Geschäftsführung) greifen.
Beteiligung über eine Holding
Kontrolliert eine Person über eine Holding mittelbar mehr als 25 %, ist sie wirtschaftlich Berechtigter.
Stimmrechtsvereinbarung
Auch ohne hohen Kapitalanteil kann Kontrolle über Stimmrechtsabsprachen bestehen.
Warum die korrekte Bestimmung wichtig ist
Eine fehlerhafte oder unterlassene Meldung kann zu Bußgeldern führen. Wie Sie das vermeiden, lesen Sie im Ratgeber Bußgelder vermeiden. Den praktischen Meldeweg beschreibt die Schritt-für-Schritt-Anleitung.
Prozesse rund um Meldepflichten absichern
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